{"id":1518,"date":"2014-06-20T20:00:12","date_gmt":"2014-06-20T18:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/clinica-lavision.com\/?p=1518"},"modified":"2016-01-14T23:28:00","modified_gmt":"2016-01-14T22:28:00","slug":"deutsch-bericht-von-unserem-praktikanten-matthias","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clinica-lavision.com\/de\/2014\/06\/20\/deutsch-bericht-von-unserem-praktikanten-matthias\/","title":{"rendered":"Bericht von unserem Praktikanten Matthias"},"content":{"rendered":"<p>Vor einem Jahr verbrachte ich meine Sommerferien in Madagaskar um dort zu arbeiten. Es war eine Zeit die ich nie vergessen werde, etwas ganz besonderes. Mir wurde das zu Teil, was viele Jugendliche meines Alters anstreben. Raus aus dem gewohnten Umfeld und hinein in etwas v\u00f6llig unbekanntes. Und dieses Unbekannte war f\u00fcr mich Madagaskar, eine Insel, die man bisher nur vom gleichnamigen Animationsfilm kennt.<br \/>\n<!--more-->Angekommen lernte ich sofort die momentane Lage des Landes kennen. Es schockte mich und es sollte noch etwas dauern bis ich mich daran gew\u00f6hnen konnte. Wir, die wir in Europa leben, kennen solche Bilder nur aus den Medien, doch nun war alles so real und passierte direkt vor meinen Augen. Die ersten Abende wurden damit verbracht die Anziehsachen aus dem Container zu sortieren und sie dem Waisenhaus, sowie dem Kloster zu \u00fcbergeben. Den ersten Halt machten wir am Waisenhaus und verteilten Spielzeug und Anziehsachen an die Kinder. F\u00fcr sie war es Weihnachten und Geburtstag zusammen, es war sch\u00f6n dort zu helfen.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Wochen verbrachte ich noch mit der Familie Zimmermann und ihren Freunden. In diesen Tagen lernte ich die Stadt, Umgebung und Menschen kennen. Das Umland um Fort-Dauphin herum ist Traumhaft und ich konnte lange nicht realisieren das ich mich auf der anderen Erdhalbkugel befinde.<\/p>\n<p>Nach dem Familie Zimmerman abreiste war ich auf mich alleingestellt. Nun ging es f\u00fcr mich an die eigentliche Arbeit. Von nun an gab ich Deutsch, Englisch und Musikkurse. Ich als Lehrer&#8230; Ich hatte noch nie unterrichtet, zumal noch nie jemanden mit dem ich schon so Kommunikationsschwierigkeiten hatte, (Ich muss zugeben, dass mein Franz\u00f6sisch miserabel ist). Doch ich sah es als Herausforderung und ich nahm sie an. Mein Tagesablauf sah von nun an so aus: Morgens Unterricht im Waisenhaus mit 13 Sch\u00fclern im Alter von 9 bis 25 Jahren und nachmittags dasselbe in der \u00f6rtlichen Klosterschule mit 20-40 Sch\u00fclern (je nach Kurs) im alter von 9 bis 40 Jahren. Ich, ein 20 J\u00e4hriger, der gerade mit ach und krach sein Fachabitur bestand hatte, sollte erwachsenen Menschen Unterricht geben. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten liefen die Kurse gut und machten mir, wie auch den Sch\u00fclern Freude. Wenn ich mich dann einmal in Rage Unterrichtet habe, nahm ich noch nicht einmal Tita\u2019s Auto-Hupe wahr, welcher bereitstand um mich abzuholen. An dieser Stelle m\u00f6chte ich Madame Rosette und Soeur Marie Jeanne und ihren Schwestern danken, die mir bei meiner Arbeit sehr geholfen haben.<\/p>\n<p>In dieser Zeit lernte ich so viele interessante Menschen kennen, die mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben. Und auch was N\u00e4chstenliebe hei\u00dft, lernte ich erst dort. Wir reden hier immer viel davon, doch wirklich wahrnehmen tut es keiner. Um so st\u00e4rker ist es, wenn man ihr in einem solchen Ausma\u00df begegnet. Die Madagassen sind ein fr\u00f6hliches und aufgeschlossenes Volk, wenn man ihnen auch genauso gegen\u00fcbertritt. Eine meiner sch\u00f6nsten Erinnerungen wird das Stra\u00dfenfest sein, bei dem ich mitten in der Menge stand und mit den Leuten feierte. Es spielte \u00fcberhaupt keine Rolle woher ich kam, oder wer ich war, f\u00fcr diesen einen Augenblick war ich einer von ihnen, der mit ihnen feiern sollte.<\/p>\n<p>Danke an Familie Zimmerman, welche mich bei sich aufnahmen und mir ihr Haus zur Verf\u00fcgung stellten. Sie erm\u00f6glichten es mir dieses wundersch\u00f6ne Land kennen und erleben zu d\u00fcrfen. Ich habe selten so eine nette und aufgeschlossene Familie getroffen wie diese. Meine vollste Hochachtung mit welcher Hingabe sich diese Familie um die Menschen dort k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Ganz besonders m\u00f6chte ich mich bei Tita bedanken, ein Freund wie man sie noch selten findet. Er zeigte mir was es hei\u00dft auf Madagaskar zu leben oder eher gesagt madagassisch zu leben, ohne meine Pers\u00f6nliche Sicherheit in Gefahr zu bringen. Ich lernte seine Freunde kennen und er nahm mich mit an Orte, wo sich kein Tourist von allein hin verirren w\u00fcrde. Die Zeit mit ihm werde ich nie vergessen und freue mich darauf ihn wieder zu sehen. An das ganze Team Sara, Versoa und Romain werde ich mich auch immer gerne erinnern. Auch ihnen m\u00f6chte ich nochmal danken, da sie sich vortrefflich um mich gek\u00fcmmert haben.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche La Vision alles Gute f\u00fcr die Zukunft und w\u00fcrde mich geehrt f\u00fchlen wieder mit euch zu arbeiten. Solche Erfahrungen wie die, die ich gemacht habe kann man nicht beschreiben und so fordere ich die auf, die die M\u00f6glichkeit zu helfen haben auch dies zu tun. Habt keine Angst vor dem unbekannten, manchmal wird es euch vertrauter als das bekannte. Helft mit !<\/p>\n<p>Hochachtungsvoll Matthias D\u00fcnnwald<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einem Jahr verbrachte ich meine Sommerferien in Madagaskar um dort zu arbeiten. Es war eine Zeit die ich nie vergessen werde, etwas ganz besonderes. Mir wurde das zu Teil, was viele Jugendliche meines Alters anstreben. 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